LIEBE LESER,

es gibt wohl nur wenige, die sich um das deutsche Schach so verdient gemacht haben wie Wolfgang Unzicker. Die ersten Schritte zu seiner erfolgreichen, über 60 Jahre dauernden Karriere machte er in den Nachkriegsjahren, zu einer Zeit, als man vom Schachspielen noch nicht leben konnte. Als Amateur gelang es dem Münchner
Juristen bis in die erweiterte Weltspitze vorzustoßen. Sein außerordentliches Talent demonstrierte er bei insgesamt 13 Olympiaden für das deutsche Team an den vorderen Brettern. Er war jedoch viel mehr als nur ein großer Schachspieler. Unsere Biographie, die in enger Zusammenarbeit mit der Familie Unzicker entstanden ist, gibt auch intime Einblicke in das Privatleben einer facettenreichen Persönlichkeit, die in dieser Form noch nicht zu lesen war.

Wie groß das schachliche Talent Unzickers war, zeigt Großmeister Gerald Hertneck in seiner Analyse. Der Autor saß dem Altmeister selbst noch am Brett gegenüber – und musste eine Niederlage einstecken. Sein Artikel bringt auch seine Bewunderung zum Ausdruck.

Was Unzicker in der Bundesrepublik, war Uhlmann in der DDR. Die beiden Wolfgangs kannten sich schon seit den 50er Jahren. In KARL schildert Uhlmann ihr freundschaftliches Verhältnis, das ungetrübt von der deutschen Teilung blieb. Eine Ost-West-Beziehung der besonderen Art.

Lothar Nikolaiczuk ist der Vielschreiber der deutschen Schachliteratur. Vermutlich hat im deutschen Sprachraum niemand mehr Bücher publiziert. Sein schriftstellerisches Talent reicht jedoch über die 64 Felder weit hinaus. Unser Porträt zeigt einen „Emigranten“ mit einem nicht alltäglichen Lebenslauf.

Sei zum Schluss noch auf unseren Atelierbericht hingewiesen. Stefan Albrecht plant Großes: Zur Schacholympiade 2008 in Dresden will er ein gigantisches Schachspiel fertigen, mit haushohen Figuren, die mit Kränen bewegt werden. KARL gibt Einblick in das Schaffen des Künstlers.

Harry Schaack