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Christian Kongsted, Die
Belegexemplare
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von Uwe Kersten
Die KARL-Kolumne ergänzt die Printausgabe des KARL. Die Kolumne präsentiert Rezensionen aktueller und alter Schachbücher, Betrachtungen über die Literatur, Kultur und Psychologie des Schachs und gelegentliche Kommentare zum aktuellen Schachgeschehen.
TAKTISCHES ARBEITSBUCH Christian Kongsteds Beat the Grandmaster
Mit diesen einleitenden Worten versucht der Autor den Leser in die richtige Stimmung zu bringen, um die folgenden Herausforderungen zu meistern. Dies ist sicherlich ein netter Versuch, den Leser zu motivieren. Allerdings kann ich mir mit ein wenig Fantasie bei jeder Schachaufgabe – auch aus anderen Büchern oder Zeitschriften - diese Situation entsprechend ausmalen und bedarf nicht unbedingt der Stimulation durch das vorliegende Werk. Inhaltlich gliedert sich das Buch wie folgt:
Jedes Kapitel beinhaltet eine Sammlung von Taktikaufgaben, wobei der Schwierigkeitsgrad sowohl innerhalb der Kapitel als auch mit jedem weiteren Kapitel ansteigt. Die Kapitel 1 und 3 dienen der Vorbereitung auf die folgenden Tests, welche sich in den Abschnitten 2, 4 und 5 befinden. Beim Lösen der Tests kann der Leser für richtige Antworten – richtiger Lösungszug plus korrekte Variantenangabe – Punkte sammeln, bei falschen Vorschlägen aber auch Punkte abgezogen bekommen. Das Gesamtergebnis eines Tests kann dann mit einer vom Autor erstellten Tabelle verglichen werden, die der Punktezahl eine entsprechende Elo-Zahl zuordnet. Allerdings weist Kongstedt wohl mit Recht darauf hin, dass das Ergebnis mit Vorsicht zu genießen ist. Bei einigen Aufgaben gibt es zu den Diagrammen kleinere Texte mit Hinweisen, aber bei der überwiegenden Anzahl beschränkt sich die Information auf die Angabe des Zugrechts. Die zu bearbeitenden Stellungen sind weder nach Thema noch nach Motiv geordnet, was den Schwierigkeitsgrad erhöht. Bei der Zusammenstellung von Taktikaufgaben ist natürlich die Versuchung groß, auf alte Quellen zurückzugreifen und schon publiziertes im neue Gewand zu präsentieren. Nach einer kleinen Auszählung kam ich auf 197 (56%) Aufgaben, welche im Jahr 2000 oder später gespielt wurden und 154 Stellungen (44%) aus den Jahren davor. Ob dies genug neues Material ist, mag jeder für sich entscheiden. Die Lösungen sind knapp aber ausreichend kommentiert. Resümee: Christian Kongsted präsentiert ein taktisches Arbeitsbuch, ohne allerdings etwas wirklich Neues zu schaffen. Wer seine kombinatorische Schlagfertigkeit trainieren oder sich in Variantenberechnung üben will, wird gut bedient, auch wenn er mit einigen Dubletten rechnen muss. Das Konzept mit den Tests und die Punkteumrechnung in Elozahlen ist auch keine wirklich neue Erfindung, wer aber Gefallen an diesen Zahlenspielereien findet, der hat zumindest eine gewisse Erfolgskontrolle. Inhaltliche Auflockerungen wie kleine Geschichten oder Anekdoten – gut in Erinnerung sind mir da die alten Werke von Kurt Richter oder auch „Eine Reise über das Schachbrett“ von Klaus Trautmann – sucht man dagegen bei Kongstedt vergeblich. Es bleibt ein handwerklich solides Arbeitsbuch, allerdings ohne den Charme des Besonderen. Noch ein letzter Tipp: Auch bekannte deutsche Schachhändler scheinen dem ja noch recht neuen Buch keine große Zukunft einzuräumen und bieten es in ihren Onlineshops bereits unter 14,- Euro an.
ZUR KOLUMNENSEITE
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