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Heiko Eggers,
Die
Belegexemplare
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von Uwe Kersten
Die KARL-Kolumne ergänzt die Printausgabe des KARL. Die Kolumne präsentiert Rezensionen aktueller und alter Schachbücher, Betrachtungen über die Literatur, Kultur und Psychologie des Schachs und gelegentliche Kommentare zum aktuellen Schachgeschehen.
SCHUSTER, BLEIB BEI DEINEN LEISTEN! Während bei meiner letzten Buchbesprechung eine Vorstellung des Autors – Garri Kasparow – wegen seines hohen Bekanntheitsgrades eher überflüssig erschien, liegt der Fall beim Schreiber des vorliegenden Werkes umgekehrt. Auf der Rückseite des Buches erfährt der Leser folgendes: „Heiko Eggers, geboren 1955 in Hamburg, begann erst im Erwachsenalter sich mit dem Schachspiel zu beschäftigen. Im Vorwort, welches etwas merkwürdig in der „Wir-Form“ geschrieben ist, erhält man keine weiteren Informationen über den Autor. Und auch wer sich noch hinter dem „Wir“ verbergen könnte, bleibt im Dunkeln. In der Einführung rückt sich der Autor dann aber doch noch mal ins Rampenlicht, als er erwähnt: Als gewissenhafter Rezensent wollte ich natürlich sogleich diese vielversprechende Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen und habe die DWZ-Datenbank des DSB bemüht. Und tatsächlich, der Autor hat nicht übertrieben und sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Nur, und dies erfährt der Leser nicht, in einem Spielstärkebereich, wo dies Kinder oft innerhalb kürzester Zeit schaffen. Herr Eggers höchste DWZ rangiert vom April 2006 und lag bei genau 1441-34 Punkten, seine aktuelle Zahl (Stand 12.7.2006) liegt gar nur bei 1327-36 DWZ. Ich war überrascht und geschockt. Kann ein Spieler dieser Spielstärke ein gutes Eröffnungsbuch schreiben? Zunächst ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis:
Mein erster Eindruck beim Durchblättern des Buches war dann leider auch ein negativer. Mir wurde schnell bewusst, dass ich keines der üblichen Eröffnungsbücher in der Hand hielt, sondern es irgendwie mit einem neuen Konzept zu tun hatte. Grob kann das Buch in drei Teile untergliedert werden. Im Teil 1 versucht der Autor seine Vorstellung von „Theorie“ bzw. der „Theorie eines Spielsystems“ zu erläutern. Auffällig ist dabei der sehr häufige Einsatz von Fußnoten – im gesamten Buch habe ich weit über 100 ausfindig gemacht – um Begriffe oder Behauptungen zu belegen. Fazit: Zu Heiko Eggers neuen theoretischen Ansätzen habe ich persönlich keinen Zugang gefunden. Viele Erläuterungen geben schon Bekanntes wieder, ohne in meinen Augen etwas wirklich Neues zu erschaffen. Die angelegten Datenbanken, die erstellten Statistiken haben keinen besonderen Wert – jeder halbwegs erfahrene Chessbase-Nutzer kann diese durch ein wenig Mühe selbst erstellen. Die Zusammenstellung schon vorhandenen Materials in Form einer bloßen Aneinanderreihung, ohne eigene Impulse eines Autors – was bei der Spielstärke natürlich auch schwer fällt – ist nur von geringem Wert. Es gibt wahrlich gute Bücher, um Eröffnungen zu erlernen – dieses gehört leider nicht dazu!
ZUR KOLUMNENSEITE
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