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Joachim
Wintzer,
Das
Belegexemplar |
von Joachim Wintzer
Eduardas Rozentalis / Andrew Harley: Play the 2.c3 Sicilian. Two experts explain the most popular anti-Sicilian system. BIBLIOGRAPHISCHE ANGABEN
ÜBER DIE AUTOREN Der litauische Großmeister
Rozentalis gehörte 1997 im Alter von 33 mit einer Elo-Zahl von
2650 zu den besten Schachspielern der Welt. Inzwischen ist seine Elo-Zahl
unter die 2600-Marke abgerutscht, da er wie andere Großmeister
auch seinen Lebensunterhalt mit dem Erringen von Preisgeldern in offenen
Turnieren bestreiten muss. Deutschen Schachspielern ist er durch seine
Einsätze in der 1. Bundesliga bekannt. Rozentalis hat bereits Erfahrungen
als Autor gesammelt. 1998 veröffentlichte er eine Sammlung von
40, zwischen 1983 und 1997 gespielten eigenen Partien. Rozentalis ist
neben Sweschnikow der stärkste Großmeister, der 2.c3 gegen
Sizilianisch spielt. SIZILIANISCH 2.c3 Der Untertitel "the
most popular anti-Sicilian system" ist natürlich eine schamlose
Übertreibung. Auf Großmeisterebene sind derzeit die Systeme
mit 3.Lb5 en vogue, auf Klubebene dürfte der Grand-Prix-Attack
mit f4 populärer als 2.c3 sein. GLIEDERUNG Wie man aus der Gliederung ersehen kann, werden die Varianten nach 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.c3 nicht behandelt, die Autoren gehen aber auf die Zugfolge 1.e4 c5 2.Sf3 e6 3.c3 ein.
VORGÄNGER UND AKTUALITÄT Die beiden wichtigsten Vorgänger, Gallaghers bei Everyman erschienene Monographie und Sweschnikows Informator-Monographie finden im Literaturverzeichnis Erwähnung. Wie ich der Besprechung von Harald Keilhack in Schach entnommen habe, hatte Gallagher Sweschnikows Monographie nicht ausgewertet. Erstaunlicherweise findet Lanes "The c3 Sicilian: Analysis and Complete Games" keine Erwähnung. Der letzte berücksichtigte Informator ist Nr. 83, die letzte eingearbeitete TWIC ist Nr. 394 vom Mai 2002. Ein Manko ist, dass weder die NIC-Jahrbücher noch Fernschachdatenbanken ausgewertet wurden. PRÄSENTATION DES MATERIALS Da ich nun in dieser
Kolumne bereits einige Gambit-Bücher besprochen habe, will ich
den Leser nicht damit langweilen, die Gambit-Konzeption noch einmal
zu wiederholen. Interessenten verweise ich auf die Besprechung von Janjgava
und den Vergleich
zwischen Everyman- und Gambit-Büchern.
Aus meiner Morra-Gambit-Zeit
war mir noch die Variante 1.e4 c5 2.d4 cxd4 3.c3 d5 4.exd5 Dxd5 5.cxd4
Sc6 6.Sf3 Lg4 7.Sc3 Lxf3 8.gxf3 Dxd4 9.Dxd4 Sxd4 10.Sb5 vertraut, die
im Buch durch Zugumstellung entsteht. Die Autoren weisen darauf hin,
dass Schwarz nach dem derzeitigen Kenntnisstand Ausgleich erhält.
13...g6 14.Le3
[ 14.Lb5+ Kc8 ( 14...Kd6 15.b3 Lg7 16.La3+ Ke6 17.Sc7+ Kf5 18.Te1 Kg5
1-0 Feng - Gonzaga Grego /corr Class 1999 (36)) 15.Le3 Kb8 16.Ke2 Lg7
unklar. Nach Angaben der Autoren eine Entdeckung Chandlers. ( 16...Kxa8
17.Tc1 nebst Matt.) ; 14.Lf4 Lh6 15.Le5 f6 16.Lb5+ Kc8 17.Ld4 Kb8 18.Sb6
axb6 19.Lxb6 e5 20.Le3 Lxe3 21.fxe3 Se7 22.La4 Tc8 23.Kd2 Tc4 24.Ld1
Sc6 25.b3 Tc5 0-1 Gluck - Pastorini / Parigi 1989] 14...Lh6 [14...Lg7
15.Lb5+ Kd6 16.Kc1 Sf6 17.Td1+ Ke5 18.f4+ Ke4 19.Td4+ Kf3 20.Sc7 Se4
21.Kb1 a6 22.La4 Sxf2 ½-½ Tacke - Seifert /corr 1995;
14...b6 15.Lb5+ Kc8 16.Lf4 Lh6 17.La6+ Kd7 18.Lg3 Sf6 19.Sc7 e6 20.Ke2
Sc2 21.Td1+ Kc6 22.Le5 Tf8 23.Lxf6 Kxc7 24.Lb5 Lf4 25.Td7+ Kb8 26.Te7
Tc8 27.La6 e5 1-0 Wuhrmann - Guiot / Paris op A 1993] 15.Lb5+ [
15.Lxa7 Sf6 16.Lb5+ ( 16.Sb6+ Kc7 17.Ld3 Td8 18.Ke2 Sc2 19.Sc4 Sd4+
20.Ke1 Kc8 21.Lb6 Td7 ½-½ Geyer - Schafranietz / St. Ingbert
op 1994 (46)) 16...Kc8 17.Ke2 Sc2 18.Sb6+ Kc7 19.Sc4 Sd5 20.Td1 Td8
21.Le3 Sdxe3 22.fxe3 Txd1 23.Kxd1 Sxe3+ 24.Sxe3 Lxe3 25.Ke2 Lf4 26.h3
Lc1 ½-½ Terästi Pasi -Hartikainen Jarmo/ It Open
Heart Of Fin 1998] 15...Kd6 16.Lxa7 Sf6 17.Sb6 Td8 18.Ke2 Sc2 19.Td1+
Kc7 20.Txd8 Kxd8 21.Sc4 Lf4 22.a3 [22.h3 Sb4 23.a3 Sbd5 24.Ld4 Sc7
25.Lb6 Sfd5 26.La4 Sxb6 27.Sxb6 0-1 Schuck - Gottschlich / OL 95/96
1996/3 (45)] 22...e5 23.h3 Sd5 24.La4 Sd4+ 25.Lxd4 exd4 26.Kd3 Sc7
27.Sa5 Kc8 28.Lb3 f6 29.Lg8 h6 30.Sb3 g5 31.Sxd4 h5 32.a4 Le5 33.b3
Sa6 34.Se2 Sc5+ 35.Kc4 Ld6 36.Sg3 h4 37.Sh5 Le7 38.a5 Crouch - Balinas
/ London 1979/½-½ (85)
Die Autoren bezeichnen
diesen Zug als wichtige Verbesserung gegenüber dem früher
gespielten 9.h3 Lh5 10.Da4+ Sbd7 FAZIT "Play the
2.c3 Sicilian" ist eine solide Synthese der Monographien von
Sweschnikow und Gallagher, ergänzt um die bis Anfang 2002 gespielten
Informatorpartien und einige wenige eigene Analysen der Autoren. Die
Darstellung des Materials ist wie bei anderen Gambit-Büchern übersichtlich
präsentiert. Die Theorie hat sich in den letzten Jahren aber nicht
so schnell entwickelt, dass Besitzer der Monographien von Sweschnikow
und Gallagher unbedingt auch dieses Buch kaufen müssen.
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