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Joachim
Wintzer,
Das
Belegexemplar |
von Joachim Wintzer
John
Shaw: Starting Out: The Queen's Gambit
BIBLIOGRAPHISCHE ANGABEN
ÜBER DEN AUTOR Der schottische IM John Shaw (Elo um 2500) hat bereits drei Mal die Meisterschaft seines Landes gewonnen. Von den 62 Partien, die ich in meiner Datenbank zu seinem Untersuchungsgegenstand gefunden habe, hat er mit den schwarzen Steinen respektable 64 Prozent und eine Eloleistung von 2590 erspielt. Dies ist sein erstes Schachbuch. DIE REIHE "STARTING OUT" Wie ich in meiner Besprechung zu Wards in derselben Serie erschienen Buches über Nimzo-Indisch ausgeführt habe, wendet sich die Reihe "Starting Out" gemäß dem Vorwort an den uner-fahrenen Spieler mit Grundkenntnissen ("inexperienced or slightly more experienced player"), der sich die Grundideen einer Eröffnung erst einmal aneignen will. In dieser Besprechung ließ ich offen, ob Wards Buch typisch für diese Reihe ist. Wenn meine Urteilsmaßstäbe nicht gänzlich anders als die anderer Rezensenten sein sollten, so kann diese Frage inzwischen verneint werden. Das in derselben Reihe von Gallagher verfasste Buch über Königsindisch wurde von der Kritik übereinstimmend gelobt. GLIEDERUNG Das Damengambit im engeren Sinn bezeichnet die beiden Spielweisen, die nach 1.d4 d5 2.c4 entstehen: das abgelehnte Damengambit mit 2...e6 und das angenommene Damengambit mit 2...dc. Wie die Gliederung zeigt, behandelt Shaw auch Slawisch, die Tschigorin-Verteidigung, Albins Gegengambit und die Verteidigung 2...Lf5. Nach dem ECO-System sind dies D10 bis D69.
Aus Sicht des Rezensenten ist es erfreulich, dass endlich einmal ein Variantenverzeichnis enthalten ist, durch welches dem Leser das schnelle Auffinden der behandelten Varianten erleichtert wird. EINFÜHRUNG IN DAS DAMENGAMBIT Das orthodoxe Damengambit mit 2...e6 gehört zu den solidesten schwarzen Verteidigungen. Bevor sich die indischen Verteidigungen wie Nimzo-, Bogo- und Damenindisch ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts bzw. Königsindisch und Grünfeldindisch nach dem Zweiten Weltkrieg durchsetzten, verteidigten sich die Schwarzspieler mit der Lasker-Variante, der Tartakower-Variante oder Capablancas Entlastungsmanöver. Slawisch erfreut sich seit den neunziger Jahren wieder großer Beliebtheit. Aufgrund der unterschiedlichen Spielweisen und Stellungstypen haben Schachbuchautoren darauf verzichtet, eine allgemein gehaltene Einführung in die geschlossenen Eröffnungen zu veröffentlichen - von zwei Ausnahmen abgesehen. Eine Ausnahme ist Karpows 1989 im Walter Rau Verlag erschienenes "Wie spielt man geschlossene Eröffnungen?". Karpow präsentierte auch Partien zur Englischen und zur Reti-Eröffnung. Seine Erklärungen waren für den fortgeschrittenen Spieler geschrieben, der über mehr als nur Grundkenntnisse verfügt. Ludek Pachmanns "Das Damengambit" (3.Aufl. 2001) enthält eine gewaltige Fülle von Analysen mit nur wenig Worterklärungen. PRÄSENTATION DES MATERIALS Ich verweise noch
einmal auf meine Rezension zu Wards Nimzo-Indisch-Buch aus derselben
Reihe. Jedes Kapitel beginnt mit einer mehrseitigen Einführung,
in welcher die Standardpläne erläutert werden. Anschließend
folgen ausführlich kommentierte Partien. Auffällig wieder
die Entscheidung, Diagramme nebeneinander zu setzen statt jeweils an
die Stelle, wo die Diagrammstellung entsteht.
Shaw geht mit seinen
hervorgehobenen Hinweisen wesentlich spärlicher um als Ward. Beide
Autoren vermengen allgemeine Hinweise (Banalitäten) mit speziellen
Hinweisen zu der Variante. Hinweise wie zum Springermanöver in
der Abtauschvariante hätten wesentlich häufiger eingestreut
werden können. FAZIT "Starting
Out. The Queen's Gambit" bietet einen ersten allgemeinen Überblick
in alle Verzweigungen des Damengambits für Spieler bis etwa DWZ
1800. Shaws Werk gefällt mir hinsichtlich der Umsetzung der Konzeption
besser als das Buch von Ward, reicht aber nicht an Gallaghers Königsindisch-Buch
in derselben Reihe heran. Wer sich das Buch zulegen will, sollte auf
den beachtlichen Preisunterschied zwischen Euro und Dollar achten und
ihn sich zunutze machen.
WEITERE REZENSIONEN FINDEN SIE HIER
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