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Joachim
Wintzer,
Das
Belegexemplar
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von Joachim Wintzer
Carsten Hansen: The Nimzo-Indian: 4 e3. Comprehensive coverage of the long-established main line of the Nimzo
DER AUTOR Der dänische FM Carsten Hansen arbeitet als Import Manager einer dänischen Reederei in den USA. Er hat bereits mehrere Eröffnungsbücher veröffentlicht: "The Sicilian Accelerated Dragon" (1999), "The Symmetrical English" (2000) und "Gambit Guide to the English Opening 1...e5" (2001). Aufgrund seiner beruflichen Beanspruchung kann Hansen sich nur an Abenden und an den Wochenenden mit dem Schreiben von Eröffnungsbüchern befassen. Mit dem Untersuchungsgegenstand hat er in seiner Turnierpraxis keine guten Erfahrungen gemacht. Beide Partien, die in der Mega 2003 mit ihm als Weißspieler aufgeführt sind, hat er verloren. ÜBER REZENSIONEN Besprechungen
von Schachbüchern sollen den Leser in die Lage versetzen, nach
der Lektüre der Rezension entscheiden zu können, ob sich
der Kauf des besprochenen Buches lohnt. Weiterhin sollte auf Schwächen
und Fehler hingewiesen werden, die in einer zweiten Auflage verbessert
werden können. Bedauerlicherweise begnügen sich viele Rezensenten
damit, einige allgemeine Worte über den Untersuchungsgegenstand
zu schreiben, statt auf die Vor- und Nachteile eines Werkes - auch
im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten - hinzuweisen. Vielen Rezensenten
fehlt schlicht die Sach- und Literaturkenntnis, um mehr als eine Lobeshymne
zu verfassen, die "niemanden" - nur dem enttäuschten
Käufer - schadet. RUBINSTEIN-VARIANTE IN NIMZO-INDISCH Rubinsteins einfacher Bauernzug erfreut sich neben der Variante 4.Dc2 größter Beliebtheit als Bekämpfungsmethode gegen Nimzo-Indisch.
Weiß sperrt seinen schwarzfeldrigen Läufer zwar hinter die Bauernkette ein, bereitet dafür aber die schnelle Entwicklung des Königsflügels vor. Die Rubinstein-Variante überläßt weitgehend dem Schwarzspieler die Wahl, welche Bauernstruktur er anstrebt. In vielen Varianten erhält Weiß das Läuferpaar und ein mächtiges Bauernzentrum. Schwarz erhält im Gegenzug die Möglichkeit, seine Figuren frei zu entwickeln. GLIEDERUNG Hansen hat, wie bei Gambit üblich, auf eine Einführung in die Geschichte der Variante und ein Kapitel über typische strategische Motive verzichtet.
Bei der Nomenklatur hat sich Hansen weitgehend an seine Vorgänger Gligoric und Pliester angelehnt. VORGÄNGER UND AKTUALITÄT Die "aktuellste"
mir bekannte Monographie über die Rubinstein-Variante in deutscher
Sprache datiert aus dem Jahre 1982: Taimanows im Sportverlag erschienenes
"Nimzowitsch-Indisch. Rubinstein-System bis seltene Fortsetzungen".
Hansen hat die drei Jahre später erschienene russische Ausgabe
verwandt. Gligoric hat sich in seiner 1985 bei Pergamon veröffentlichten
Monographie "Play the Nimzo-Indian Defence" ebenfalls
ausführlich mit der Rubinstein-Variante beschäftigt. PRÄSENTATION DES MATERIALS Hansens "The
Nimzo-Indian: 4 e3" folgt der bei Gambit üblichen
Darstellungsweise, die den Lesern dieser Kolumne inzwischen vertraut
sein sollte. Hilfreich sind die Schlussfolgerungen am Ende eines Kapitels,
die sich der Leser für jedes Kapitel gewünscht hätte.
Der Autor hat die zur Verfügung stehende Literatur und die Datenbanken
wie bei seinen Vorgängerwerken umfassend ausgewertet. Die Auswahl
der Hauptvarianten kann insgesamt überzeugen, wie auch seine
Stellungseinschätzungen. Bei manchen Abspielen wie beispielsweise
der Hübner-Variante fällt die Darstellung sehr knapp aus.
Auf Zugumstellungen in andere Systeme wird soweit als möglich
hingewiesen. An vielen Stellen hat Hansen Verbesserungsvorschläge
einfließen lassen, die jedoch nicht alle zu überzeugen
wissen. STAND DER THEORIE
In seiner Darstellung
der Fischer-Variante weist Hansen auf ein Figurenopfer hin, das die
Theorie bisher aufgrund eines überzeugenden Schwarzsieges von
Keres verworfen hatte:
In seinem Kommentar
zur Partie gegen Lombardy schrieb Keres, dass nun das einfache 12...Dxd4
vorteilhaft für Schwarz sei. Dieses Urteil wurde von Taimanow
übernommen. In der Fernpartie folgte: 13.e6+ Kf8 14.Df3 Sc6
14...De5+ 15.Le3 g5 16.Sfe2 Lxe2 17.Kxe2 Sc6 18.Dxc6 Kg7 19.Tad1 mit
weißem Vorteil, Hansen. 15.Dxc6 Td8 16.Df3 Ld6 17.Le3 De5
18.Td1 Ke7 19.h4 g6 20.g4 Thf8 21.g5 Sh5 22.Scd5+ Ke8 23.Sc7+ 1-0 FAZIT Hansens Monographie ist derzeit konkurrenzlos für den Turnierspieler ab DWZ 2000. Wer die enzyklopädische Gesamtdarstellung zu schätzen weiß, braucht nicht auf Dunningtons angekündigtes Konkurrenzwerk zu warten.
WEITERE REZENSIONEN FINDEN SIE HIER
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